Der Tag - Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Fülle
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Der Tag

Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Fülle

Dankbarkeit ist der Schlüssel dafür, die Fülle und Schönheit des Lebens wahrnehmen zu können. Sie ist also viel mehr als nur etwas, das wir den Dingen sozusagen „hinterher tragen“ – erst mit einer dankbaren Haltung werde ich bestimmter Dinge und Begebenheiten und ihrer Qualität überhaupt erst gewahr. Damit ist Dankbarkeit also etwas, das man Neudeutsch so schön als Enabler bezeichnet.

Das Leben fühlt sich so nicht nur einfach ein bisschen besser an (was es tatsächlich tut). Dankbarkeit eröffnet mir auch Räume, an denen ich ansonsten achtlos vorbeigegangen wäre. Auf diese Weise ändert sie den Kurs meines Lebens und schafft erst den Raum für Fülle und Schönheit. Falls du also Mangel in deinem Leben spürst, achte doch mal drauf, worüber du dankbar sein kannst und gönn dir einen Moment damit. Es kann etwas so Unscheinbares wie eine Blume am Wegesrand sein. Das Innehalten und Dankbarsein ist in sich schon ein Geschenk.

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Der Tag  – Solo
  • 00:02:57 Gedanken zur Episode
  • 00:09:55 Der Tag (Remix)
  • 00:12:57 Outro

Das Seminar Was hält mich findest du hier.

Transkription

Der Tag

Die Knospe
war grün
auf ihre Weise
war grün
wie alle andern
glatt und hart
wie alle andern
bis der Frühling kam
mit warmer Sonne
die den Schnee leckt
mit dichtem Schneefall
im sonnigen April

Die Blume
öffnete sich
im kühlen Licht des Mai
wog sich
in wilden Westwinden
stark und streckend
barg sich
bei wütendem Wolkenbruch
ging ganz auf
oh süß und duftend auf
farbig leuchtend auf
umsummt
von hundert Hummeln

Der Tag kam
als ich an ihr roch
mich an ihrem
Blütenkleid berauschte
ihre Schönheit
hier am Wege
mich mit jeder Faser packte
kein Tag zu früh
kein Tag zu spät
Jetzt
ist unsre Zeit
zu tanzen

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2024

Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Fülle

Wie oft schon war ich frustriert und traurig, dass etwas nicht geklappt hat. Ich hatte es mir so schön vorgestellt, in so wunderbaren Farben ausgemalt. Und mei, wie großartig würde ich mich fühlen, wenn es endlich so weit wäre, das es werden würde. Ja, und dann – dann kam’s mal wieder anders.

Wenn ich allerdings so auf mein Leben schaue, dann staune ich nicht schlecht: Wie oft war es schon so, dass sich die Dinge auf geheimnisvollste gefügt haben – genau im richtigen Moment, auf eine Art und Weise, die jenseits meiner Vorstellungskraft lag, völlig unerwartet und auf eine manchmal schon Ehrfurcht erregende Art und Weise perfekt. 

Da sind wir dann beim berühmten Glas, das mal halbleer ist, und mal halbvoll, und dabei ja immer dasselbe Glas bleibt. Es scheint also im Auge des Betrachters zu liegen – also in mir –, was ich wahrnehme. „Wahrnehmen“ ist ja das, was ich als Wahrheit für mich annehme, als Wahrheit an mich heranlasse, in mich hinein nehme. Wie aber ändere ich meine Wahrnehmung?

Zwei Dinge habe ich in meinem Leben in dem Zusammenhang als als hilfreich kennengelernt. 

Das eine ist die Dankbarkeit. In den sehr harten, finstern, schwierigen Wegabschnitten meines Lebens war es manchmal kaum auszuhalten, so wie es war. Wie schaffe ich es in solchen Zeiten, mich nicht vom Abgrund der Verzweiflung verschlingen zu lassen? Natürlich gehört es essenziell dazu, sich dem zu stellen, was gerade ist, und nicht die Augen zu verschließen. In diesem Öffnen der Augen konnte ich aber sehen, dass es bei allen überwältigenden, niederdrückenden Umständen auch immer etwas gab, das mich in seiner Schönheit und Güte berührt hat. Eine Tasse Cappuccino zum Frühstück. Eine kleine Blume auf der Wiese, über deren Schönheit und Aufrechtheit ich mich freue. Das magische Aufglühen der Wolken im Abendlicht. Der sorglose Gesang eines Baches. Die Dankbarkeit hat mir geholfen, zu sehen, was – auch – da ist.

Das andere war das genaue Hinsehen auf Dinge. Und damit meine ich nicht nur das äußerliche Hinschauen. Wenn ich mich in die Dinge hineinversetze, mal versuche, das Leben aus deren Schuhen zu betrachten, dann bin ich immer wieder fasziniert davon, was für eine lange Geschichte in scheinbar simplen Dingen steckt. Dann ist ein Cappuccino eben nicht nur ein heißes Getränk, das ich in mich hineinstürze, sondern ich sehe die vielen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass ich meinen kleinen Espressokocher zum Laufen gebracht habe; von der Entdeckung und Zucht der Kaffeebohne  und der Kunst des Röstens bis hin zur Entwicklung eines Geräts, mit dem ich einen optimalen Auszug aus dieser verfeinerten Frucht herstellen kann. Wie wunderbar es ist, dass es mehr gibt, als nur Wasser zu trinken – so etwas genussvolles und leckeres wie Kaffee. Und nicht zu vergessen all die Menschen, die dafür sorgen, dass dieser Kaffee angebaut, geerntet, geröstet, transportiert und schließlich fein gemahlen in meiner Kaffeedose landet. Dann erkenne ich auf einmal, was für ein wunderbares Privileg es ist, jetzt zu leben und das genießen zu können. Und das wiederum macht mich – dankbar.

Und so ist der Kaffee nicht nur ein Kaffee, sondern ein Geschenk, den ich auch als Geschenk trinke, und der mich mehr als nur körperlich berührt. Und eine Blume ist nicht nur eine Pflanze, die wie Jesus das in der Bergpredigt ausgedrückt hat, „heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird“. Sondern ich freue mich an dem wunderbaren Geschenk aus Schönheit und vielleicht sogar ja Duft, den sie in die Welt bringt.  Und nochmal Jesus: Selbst der legendäre König Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen.

In der Vergänglichkeit und Wechselhaftigkeit der Dinge, was für ein Wunder ist es doch eigentlich, wenn so eine Begegnung stattfindet! Und wenn ich sie wahrnehmen kann. Dann wird aus Beliebigkeit und Verlorenheit ein Moment des Glücks.

Outro:

Und jetzt ist der Tag, an dem wir uns hören und es freut mich, dass du da bist. Diesen Podcast gibt es für dich, und für Menschen wie dich. Wenn er dir gefällt, empfiehl ich gerne weiter und, falls das auf deiner Plattform möglich ist, hinterlasse doch einen Kommentar oder eine Bewertung. Das motiviert mich und hilft anderen, darauf aufmerksam zu werden.

Die nächste Folge dieses Podcasts heißt Krötenkotze und – na, das ist mal ganz was anderes. Lass dich überraschen! Wenn du den Podcast abonnierst, bekommst du sie automatisch. 

Mein Name ist Lachender Bach, ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und begleite Menschen dabei, aus ihrer Mitte heraus den nächsten Schritt zu gehen. Zum Beispiel vom 5.–9. September beim Seminar Was hält mich im Allgäu. Mehr über mich, das Seminar und andere Angebote sowie Shownotes findest du auf lachenderbach.de. Danke fürs Zuhören, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

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