Der Weg
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Der Weg

Vertrauen ist eine schöpferische Kraft

Ein Gedicht übers Loslassen. Das Leben will gelebt werden, trotz und mit all den Unwägbarkeiten und Rückschlägen, die es unweigerlich mit sich bringt. Wir hätten’s ja gerne immer so sicher – und merken dabei oft gar nicht, wie wir uns damit selbst um unsere Lebendigkeit bringen.

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Der Weg – Solo
  • 00:01:19 Leere als Weg
  • 00:06:04 Der Weg – Remix

Shownotes, ein Transkript der Texte und mehr findest du auf lachenderbach.de.

Transkription

Der Weg

Es gibt ihn nicht 
Den Weg
Schaffst ihn mit jedem Schritt 

Es lohnt sich nicht
Das Warten
In des Zweifels Garten 

Trau deinem Tritt 
Dein Fuß erkennt den Grund

Hast du ihn dann gefunden
Gegangen ein paar Runden 
Kannst du ihn andern zeigen
Den Weg 
Den es nicht gibt

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2024

Intro

Der Kulturphilosoph Charles Eisenstein stellt in seinem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie entstandenen Essay „The Coronation“ die These auf, das wir besessen seien von der Idee der Kontrolle. Wir wollen alles kontrollieren, und ultimativ auch unser Leben – deswegen ist der Tod ein großes Tabu, denn schließlich ist er der ultimative Kontrollverlust. Mit dieser Einschätzung ist Eisenstein nicht allein. In meiner Arbeit mit Menschen begegnet sie mir ständig, in allen möglichen Formen. Und vermutlich ist dieses Bedürfnis nach Kontrolle über das eigene Leben so alt wie die Menschheit und ein unvermeidlicher Aspekt unseres Menschseins.

Spirituelle Traditionen unterschiedlichster Art laden ein, sich diesem Wunsch nach Kontrolle zu stellen und – loszulassen. Allen voran natürlich die östlichen Lehren, seien es vedische Schriften, Buddhismus oder Tantrismus. Sie alle laden in die Leere ein und beschreiben eine Realität hinter unserer vermeintlichen Realität, die nicht begreifbar ist, und aus der dennoch alles stammt. Aber auch im Alten Testament findet sich diese Einladung zum Loslassen, genauso wie im Neuen. Hier wird es mit dem Wort glauben bezeichnet wird – man könnte auch vertrauen verwenden. Der chinesische Weise Laoze spricht im Tao Te King vom tuenden Nichttun, von der Leere als Weg zur Fülle. Meditierende und Mystiker aller Zeiten haben die Erfahrung einer Leere gemacht, die voll und lebendig ist, in der nichts fehlt und alles gut ist.

Dort hinzugelangen ist eigentlich ganz einfach. Ich muss nur loslassen, und schon bin ich da. Aber weil wir Menschen ja dieses unglaublich starke Bedürfnis nach Kontrolle haben und noch dazu in einer Gesellschaft leben, die uns ständig zur Kontrolle auffordert, kann uns der Weg dorthin unmöglich erscheinen. Doch es gibt ihn, und es lohnt sich enorm, ihn zu begehen. Wie jeder Weg aber beginnt er mit dem ersten Schritt. Und während wir ihn gehen, wenn er mal leicht bergab, mal steil bergauf geht; wenn das Wetter schön ist oder uns der eisige Regens ins Gesicht peitscht; wenn wir ihn begeistert mit anderen oder zweifelnd und schmerzlich allein gehen – er lebt davon, dass wir ihn immer weiter gehen. Es braucht einen Entschluss, den Mut, sich darauf einzulassen, und das Vertrauen, dass er uns an ein Ziel führen wird. Und magischerweise, ganz wie bei der wunderschönen Geschichte über den Zauberer von Oz, ist es genau dieses Gehen auf dem Weg, das das eigentliche Ziel schon in sich trägt.

Outro:

 Mein Name ist Lachender Bach, ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und Visionssucheleiter. 

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Dieser Podcast erscheint ohne festen Zeitplan, wie sich halt das Leben ereignet und die Verse kommen. Also am besten folgst du mir, dann bekommst du alle neuen Folgen. Schau einfach ab und zu mal rein. Mehr über mich und andere Angebote findest du auf lachenderbach.de

Danke fürs Zuhören, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

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