Jetzt - Lachender Bach - Podcast – Ein Felsen steht auf der Spitze
| |

Jetzt

Über den Moment, in dem alles ist

Wenn alles sich ständig ändert, ist der Moment das einzige, was wir haben. In ihm findet sich die große Einladung zum Leben, zur Lebendigkeit. Die Fülle aller gegangen Wege und all dessen, was kommt, ist in ihm enthalten. Im Moment bin ich da, mit allem Gewordenen und meinem ganzen Potenzial. 

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Jetzt – Solo
  • 00:02:18 Der Moment ist unser Kosmos
  • 00:7:55 Jetzt (Remix)
  • 00:10:50 Outro

Transkription

Jetzt

Jetzt ist immer
Immer jetzt

Wie das Licht
Das nie gefangen
Nie gelagert
Nur jetzt ist
Immer Licht
Ewig jetzt

Immer Klang
Niemals gefangen
Klingt nur jetzt
Und ist vergangen

Alles was das Jetzt berührt
Ist jetzt anders
Jetzt verwandelt

Du und ich
Jetzt ist Begegnung
Alles Leben immer jetzt

Nichts davon ist je zu fassen
Ist erst deins
Wenn du’s gelassen

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2025

Der Moment ist unser Kosmos

Wir leben in diesem Quantenuniversum der unendlichen Wahrscheinlichkeiten, das kontinuierlich Materie hervorbringt, die mit einer gigantischen, zermalmenden Energie durch’s physikalische Universum schleudert, für paar kurze Momente mal Materie als Sonnen und Planeten hervorgebracht hat, die dann im Strom der ständigen Verwandlung wieder vergehen. 

In einem winzig kleinen Ausschnitt – klein im geografischen Sinne ebenso wie im zeitlichen Sinn – ist unwahrscheinlicherweise ein Planet entstanden, den wir Erde nennen. Die Astrophysiker sagen uns, dass es schon eine erstaunliche Ausnahmeerscheinung ist, dass dieser Planet in den viereinhalb Milliarden Jahren seines Bestehens nicht zerstört worden ist. Es gab Kometeneinschläge, wie etwa den, der das geformt hat, was wir heute den Golf von Mexiko nennen und der das Ende der Dinosaurier besiegelt hat. Dennoch konnte sich unwahrscheinlicherweise ein fragiles Gleichgewicht vieler Systeme und Gegebenheiten entwickeln, aus dem sich das Leben entwickelt hat. Das ist ein unglaublich komplexes Netz aus Beziehungen, von kleinsten Mikroorganismen, die in Wasser, Erde und Luft allgegenwärtig sind, bis hin zu Pflanzen und Tieren und unter anderem auch uns Menschen. Wir sind im Mikrobereich einer Universumssekunde entstanden, wirklich nur ein extrem kurzes Aufblitzen in der unvorstellbar langen Geschichte des Universums. Und in diesem Mikroaugenblick findet alle uns bekannte Geschichte statt, von den Kelten, den alten Griechen, dem Römischen Reich bis zum Christlichen Abendland, der Neuzeit, Europa, USA – alles wir so vehement verteidigen, als hätte es schon immer bestanden und dürfte und würde nie vergehen. Vom Blick des Universums aus gesehen ist das aber alles nur ein mikroskopisch kleiner Nanomoment.

Wir aber beharren darauf, dass diese Welt, wie wir sie gerade kennen, die einzig richtige ist, und setzen alles daran, uns hier einen festen Platz zu ergattern. Und, ja, das macht ja auf unserer Ebene auch Sinn, schließlich sind wir ja in dieser Zeit zuhause und müssen es uns hier irgendwie einrichten. Wer aber die Weite hat, über sich selbst hinaus zu blicken und zu denken, vielleicht ja auch zu spüren, der erkennt vielleicht, wie relativ das ist. Relativ unbedeutend, relativ kurzlebig, relativ vergänglich, relativ engstirnig, relativ egal. 

Im Grunde ist alles, was wir haben, das Jetzt. 

Das Jetzt und das Licht haben eine eigenartige Parallelität. Man kann Licht nicht lagern, es nicht auf Vorrat produzieren. Man kann es nicht einsperren oder festhalten. Genauso wie die Zeit. Immer nur im Jetzt erfahrbar. Vielleicht ist das ja ein Grund, weshalb das Licht immer wieder mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht wurde. 

Outro:

Jetzt sitze ich gerade hier auf der Terrasse in Altamira, Brasilien, wo ich das Sacred Sensuality Retreat gebe. Auf der anderen Talseite regnet der Wasserfall herab, die Zikaden sägen vor sich hin, Vögel zwitschern in den Bäumen, Libellen fliegen über den kleinen Teich vor mir. Unser Teilnehmenden sind auf einem Schwellengang in der Natur unterwegs. Das ist mein Moment. Wie ist der deine, jetzt gerade?

Danke, dass du heute mit dabei warst. Wie immer will ich sagen, dass ich mich über Kommentare und Empfehlungen freue. Aber jetzt gerade am meisten über das Privileg, kreativ sein zu können und das mit dir zu teilen.

Ich wünsch dir viele ganz lebendige Momente, gerade in Zeiten, die vielleicht alles andere als Lebendig erscheinen. Mein Name ist Lachender Bach, ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und Menschenflüsterer.

Danke fürs Dabeisein, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

Ähnliche Beiträge

  • | | |

    Bis ich mich wieder find

    Liebe gehört zu den Dingen, ohne die das Leben nur schwer möglich ist. Und das, obwohl sie so oft schief geht. Bei aller Unvollkommenheit unserer Welt hat sie aber ein unglaubliches, oft unterschätztes Potenzial.
    In dieser Episode gehts um die Liebe. Und genau da, in dieser sehr mondänen Welt der menschlichen Beziehungen, bekommen wir immer wieder auch Momente geschenkt, in denen die Liebe in ihrer scheinenden Schönheit hervorblitzt. Dann sind wir nicht mehr dieselben.

  • | |

    Unabwendbar

    Man muss nicht gleich in ein schwarzes Loch stürzen – aber manchmal spielt einem das Leben so miese Karten zu, dass es einem dem Boden unter den Füßen wegzieht. Etwa, wenn Liebgewonnenes plötzlich, tja, den Bach runter geht.
    An der Situation lässt sich da normalerweise wenig ändern. Denn könnte ich was ändern, hätte ich’s ja schon lange getan. Was ich aber verändern kann, ist die Art und Weise, wie ich damit bin. Aber wie kann das gehen? In dieser Episode werfen tauchen wir tief ein …

  • | |

    Das kleine Licht

    Ein spirituelles Gedicht über die Sehnsucht nach dem Licht – eine Reise, die ein ganzes Leben dauert und uns möglicherweise auf höchst bemerkenswerte Pfade führt. Es gehört zu diesem Weg, dass dieses numinose Andere, das wir als Gott oder das Göttliche bezeichnen, etwas ganz anderes zu sein scheint als wir selbst, weit weg, schwer zu erreichen und schwer zu erkennen.
    Diesen Weg zum Licht zu gehen hat jedoch Auswirkungen auf uns. Wie bei jedem Weg ändert sich die Perspektive im Lauf der Zeit, mit jedem Schritt ein bisschen und manchmal auch ganz dramatisch. Einfache Dinge können komplex werden, und komplizierte Aspekte können sich in großer Einfachheit auflösen, wenn ich herausfinde, wer ich wirklich bin.

  • | |

    Himmelplfücken

    Ich glaube nur, was ich sehe“ scheint eine nüchterne Sicht der Welt zu sein. Sieht man allerdings genauer hin, so stellt man fest, dass vieles von dem, was ich so sehe, nur ein Konstrukt ist. Das jedenfalls können wir aus den Beobachtungen der Wissenschaft lernen, und es gilt auf vielen Ebenen.
    Freiheit entsteht, wenn ich mir meiner Wahrheit bewusst werde. Oder anders ausgedrückt, wenn ich die Begrenztheit meiner Perspektive erkenne – was ja keineswegs heißt, dass ich nicht damit Spaß habe. Einfach nur etwas lockerer, weil weniger identifiziert …

  • | | |

    Licht bin

    Vom großen Tanz des Seins Bei aller Schwere unserer Existenz gibt es die Leichtigkeit des Seins. In dieser Leichtigkeit ist alles einfach nur so, wie es ist. Ich dagegen bin so oft ganz verfangen in den Problemen, Schwierigkeiten, Herausforderungen, Widrigkeiten des Lebens. Dann erscheint diese Leichtigkeit wie etwas völlig anderes, vielleicht ja auch als sowas…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert