Licht wird – Wenn ich ganz da bin, bin ich ganz lebendig
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Licht wird

Wenn ich ganz da bin, bin ich ganz lebendig

Wenn wirklich lebendig sein will, komme ich nicht darum herum, mich auf’s Leben einzulassen – ob es sich gut anfühlt oder nicht. Und es liegt ein Geheimnis darin verborgen, „schlechte“ Gefühle nicht einfach wegzuschieben. Sie sind Teil meiner Lebendigkeit, ich finde mich in meinem Fühlen letztlich selbst, das ganze Wunder des Lebens. Hier liegt das Geheimnis der Freiheit und der eigenen Kraft.

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Licht wird – Solo
  • 00:02:27 Der Moment der Freiheit
  • 00:08:25 Licht wird (Remix)
  • 00:10:56 Outro

Das Seminar Was hält mich findest du hier.

Transkription

Licht wird

So schleudern wir durch dieses Etwas
Leben
Wie die Gischt im Westwind bricht

Die ganze Kunst ist
Den Moment erhaschen
Der so momentan nur ist

Ungeachtet aller Narben
Aller Schmerzen
Aller Plagen

Herz gebrochen
Nicht erloschen
Hauch des Lebens
Weckt die Glut

Tief im Dunkel
Scheint das Licht
Der den Weg geht
Das bin ich

Mein Fuß ist’s der den Boden küsst
Mein Auge das das Licht begrüßt
Meine Stimme singt das Lied
Das in allen Bäumen wiegt
Mein Geist der durch alle Träume fliegt

Bis ich erwache
Zu allerletzt
Bis ich erwache
Hier und jetzt

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2024

Der Moment der Freiheit

Was macht ein gutes Leben aus? Es gibt so vieles, was man dazu sagen könnte. Zu lieben und geliebt zu werden. Das eigene Potenzial entfalten. Etwas bewegen.  

Ich bin jetzt schon eine Weile unterwegs hier auf dem Planeten und habe großartige, wunderschöne Dinge erlebt, Plätze bestaunt, Tänze getanzt, Begegnungen gehabt, Musik gehört, die für immer Teil meiner inneren Welt sein werden. Aber wahrscheinlich genauso viel Schlimmes, Angstvolles, Schmerzhaftes, Trauriges. Träume, die zerbrochen sind, Freundschaften und Lieben, die zu Ende gingen. Pläne, die ich nicht verwirklichen konnte.

Es gibt Momente, an denen ich am Leben zweifle oder verzweifle, an denen mich die Angst auffressen will, mich der Mut verlässt und ich im Selbstmitleid zu ersaufen drohe. Das sind Zeiten, die nur schwer auszuhalten sind.

So nach und nach merke ich aber, wie es gar nicht ums Aushalten geht. Denn wenn ich etwas aushalte, dann erdulde und erleide ich es. Das kann manchmal nützlich sein, denn es gibt Dinge, die es wert sind, dass man sich durchbeißt und Schweres auf sich nimmt. Aber so als Haltung für’s Leben ist Aushalten etwas, das ich viel zu lange gemacht hab. 

Ich habe gelernt und lerne immer noch, Dinge nicht auszuhalten, sondern sie wirklich an mich heran zu lassen. Vielleicht denkst Du jetzt: Das ist ja schrecklich, manche Dinge will ich überhaupt nicht an mich heranlassen. – Yep, I know the feeling! Wenn ich sie aber an mich heranlasse, meinen Widerstand aufgebe, passiert etwas Merkwürdiges: Sie beginnen sich zu wandeln. Oder besser: Ich wandle mich.

Ich hab gelernt und lerne immer noch, dass es auch und gerade in den schwierigen Dingen etwas zu holen gibt. Meistens etwas, das ich nicht unbedingt über mich oder die Welt um mich herum sehen möchte, und das deshalb umso wertvoller ist. 

Dabei ist mir eine bemerkenswerte Veränderung aufgefallen. Wenn ich mich auf die Dinge einlasse, die mir das Leben so einschenkt, dann verlagert das meine Aufmerksamkeit mehr auf das Jetzt, den Moment. Es lässt mich aufmerksamer, hellhöriger, wacher werden. Wie geht es mir jetzt gerade und warum ist das so? Was kann ich jetzt tun, etwa um meinen Träumen oder Zielen näher zu kommen? Was kann ich jetzt tun, um ein anderes Ergebnis zu erreichen als sonst immer? Hab ich jetzt den Mut, was zu verändern?

John Kabat-Zinn hat das so ausgedrückt: „Achtsamkeit ist von Augenblick zu Augenblick gegenwärtiges, nicht urteilendes Gewahrsein, kultiviert dadurch, dass wir gewahr sind. Achtsamkeit entspricht dem Leben ganz natürlich. Sie kann durch Praxis gefestigt werden. Diese Praxis wird manchmal Meditation genannt.“

Dieses Wachsein für das, was gerade in mir so läuft, und um mich herum – das ist ganz eigentümlich, denn es ist zum einen etwas, das ich übe und das mich zur Wachheit führt. Und andersherum ist es diese Wachheit, die mich in den Moment führt, in die Lebendigkeit.

Ich fühle, was ich fühle, ich schieb den Schmerz, die Angst, die Traurigkeit, das Genervtsein, die Wut oder was immer es gerade ist nicht weg. Aber ich lass sie mich auch nicht bestimmen. Ich nehme sie wahr, und aus der Beobachtung heraus entscheide ich, was ich damit mache. Das ist der Moment der Freiheit. Der ist immer jetzt.

Outro:

Das Wachsein, oder Gewahrsein, ist ein echter Schlüssel für mehr Leben im Leben, für mehr Lebendigkeit. Wenn ich dann aber gewahr werde, was bei mir so alles unter der Haube und natürlich auch von außen auf mich zukommt, stelle ich wahrscheinlich irgendwann fest, dass mir bestimmte Dinge immer wieder passieren. Warum eigentlich? Darum geht’s in der nächsten Episode, mit einem Hauch Magie. Sie heißt Zauberspruch. Wenn du den Podcast abonnierst, bekommst hast du sie, sobald sie erscheint.

Diesen Podcast gibt es für dich, und für Menschen wie dich. Wenn er dir gefällt, empfiehl ihn gerne weiter und, falls das auf deiner Plattform möglich ist, hinterlasse gern einen Kommentar oder eine Bewertung. Oder tu das auf meiner Website, lachenderbach.de – ich hör so gern von meinen Zuhörern. Deine Bewertung und Empfehlung hilft anderen, auf den Podcast aufmerksam zu werden. 

Mein Name ist Lachender Bach, ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und Menschenflüsterer.

Danke fürs Zuhören, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

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