Bild einer Bar im Retro-Stil - Podcast Lachender Bach, Mit Gott in der Sushi Bar
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Mit Gott in der Sushi Bar

Das Göttliche im Alltäglichen

Leben geht nur jetzt, genauso wie Spiritualität: Nur im Jetzt kann ich dem Göttlichen begegnen – und allem anderen auch, inklusive mir selbst. Die Magie entfaltet sich, wenn ich einen Schritt beiseite trete und damit den Raum öffne, dass sich zeigen kann, was schon immer da ist.

Lass dich mit dieser Episode in die Sushi Bar entführen und in eine Begegnung, die dich von Hier ins Alles führen kann … 

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Mit Gott in der Sushi Bar
  • 00:02:31 Wo man Gott begegnen kann
  • 00:09:31 Mit Gott in der Sushi Bar (Remix)
  • 00:12:28 Outro

Das Foto für diese Episode stammt von Delbert Pagayona, Unsplash

Transkription

Mit Gott in der Sushi Bar

Gott führte mich
An einem Freitag
In eine Sushi Bar

Wir nahmen Platz am Tresen
Vor dem leckren Förderband
Das Licht gedämpft
Raum voll Musik

Lau wie sommervolle Nächte sind
Schwanger von Fülle die kommen mag

Im sanften Licht
Ein Goldfisch schwamm
Orange vor Grün
Dort an der Wand

Gott lud mich ein
Es wahr zu nehmen
So ganz hinein
In alles Sein

Vor mir so Feines
Muss nur wählen
Mir eines greifen
Bis zum Kuss von ganz Genuss

Gott lud mich ein
Mich sein zu lassen
Nach ewig Kreisen
Nicht zu fassen

Hunger stillt sich
In mir drin
Freuden und Lüste
Kommen und gehen

Das was bleibt
Ist was ich bin
Kalte Winde
Warme Brisen
Allen Geschichten ihre Zeit

Gott mit mir hier am Tresen
In der Zeit die Ewigkeit

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2026

Wie man Gott begegnen kann

Wenn dich jemand fragt, ob du an Gott glaubst oder nicht, ist die Frage noch relativ einfach zu beantworten. Du könntest Ja oder Nein sagen, oder vielleicht ja differenzieren. Spannender ist die Frage, was denn das für ein Gott ist, an den du glaubst oder nicht glaubst. Oder anders gesagt, wie stellst du dir denn eigentlich Gott vor?

In unserem westlichen Verständnis sind wir christlich geprägt und das heißt normalerweise, dass wir uns Gott als jemanden – oder vielleicht ja auch etwas – vorstellen, der mehr oder weniger weit weg ist. „Gott ist der ganz andere“, wie es der Schweizer Theologe Karl Barth formuliert hat. Gott ist zwar überall gegenwärtig, aber überall als der Andere. Wir sind getrennt von ihm. Und so wie er uns betrachtet, betrachten wir ihn auch und haben ein Bild davon, wer er – oder sie oder es – ist, und diesem Bild folgen wir oder lehnen es ab.

Menschen in Afrika und Amerika haben Gott weniger als getrennt verstanden, für sie ist er in allem gegenwärtig, was unsere Lebenserfahrung ausmacht – den Sternen, der Sonne, dem Wetter, den Pflanzen und Tieren und sogar in den Träumen. Er lebt in der ganzen Welt, und die ganze Welt lebt durch ihn als das animierende Sein.

Dieses göttliche Sein wird in Asien als ein Pol eines großen Ganzen gesehen. Der andere Pol ist alles Gewordene, also das gesamte Universum mit uns als Menschen und unseren Planeten Erde. Beides sind Aspekte des Göttlichen, und wir sind eingeladen, je nach Glaubensrichtung, das Samsara des Gewordenen für das Nirvana des Unmanifesten zu verlassen, oder beides gleichzeitig in tantrischer Einheit in uns selbst zu erfahren. 

Viel ist über Gott und Glaube gesagt worden, und der Strom der Worte scheint nie aufzuhören. Viel Religion ist darum herum gebaut worden, und nicht alles davon war und ist wirklich gut und hilfreich. Manchmal ist es ein perverses Zerrbild dessen, was Gott ist. Religion kann den Weg weisen, kann aber auch sehr toxisch sein. 

 Im Kern spiritueller Wege steht aber die Bewegung hin zu diesem göttlichen Sein. Spiritualität unterscheidet sich von Religion, die äußerlich und gemeinschaftlich geprägt ist. Spiritualität ist eher innerlich und individuell, ist eher von persönlicher Erfahrung, Bewusstsein und Sinnsuche bestimmt. Ich finde, die interessanteren Fragen stellen sich auf dem Weg der Spiritualität, denn alle Antworten wollen von innen gelebt werden, nicht einfach nur behauptet oder befolgt. 

Dabei wird man über kurz oder lang entdecken, dass es weniger das eigene Tun ist, das einen mit diesem Göttliche in Berührung bringt, auch wenn es natürlich schon Dinge gibt, die man tun kann, um das zu fördern – sich Zeiten der Stille nehmen, meditieren, ein Retreat besuchen, einen Spaziergang machen. Das sind aber alles nur äußerliche Formen. Geht man damit, kann man die Erfahrung machen, dass es manchmal am besten ist, an der richtigen Stelle zur Seite zu treten, um diesem Göttlichen Raum zu machen. In seinem Buch Jetzt – Die Kraft der Gegenwart, einem Klassiker der Spiritualität, nennt Eckhart Tolle das „Erlösung“. Er sagt: „Wahre Erlösung bedeutet, dass du dich selbst als untrennbaren Teil des zeitlosen und formlosen Einen Lebens erkennst, aus dem alles, was es gibt, seine Existenz bezieht. Wahre Erlösung ist ein Zustand der Freiheit – Freiheit von Angst, von Leiden, von einem Zustand, in dem alles immer zu wenig und nichts gut genug zu sein scheint; Erlösung also von allem Wollen, Brauchen, Greifen und Festhalten.“ (S. 174) Wenn ich mich in diese Erlösung entlasse, mich auf sie einlasse, sie in mir gewahr werden lasse, dann nehmen die Dinge ihren ganz eigenen Lauf. 

Im chinesischen Tao Te King wird diese Haltung als nicht-tuendes Tun bezeichnet. Sie ist ein Moment der Befreiung, der Freiheit – ich erkenne, dass ich nicht der Mittelpunkt von Allem bin, dass ich in einer größeren Ordnung eingebettet fließe. Solche Momente der Realisierung, des Gewahrwerdens, der Bewusstwerdung brauchen keinen heiligen Ort, sie können überall geschehen. Selbst in einer Sushi Bar.

Outro:

Falls ich dir jetzt Hunger auf mehr gemacht haben sollte, empfehle ich dir Episode 20 dieses Podcasts. Sie heißt Jetzt und beschäftigt sich ebenfalls mit dem Gegenwärtig sein im Moment. 

Und es gibt auch ein kleines Jubiläum zu feiern, denn mit dieser Ausgabe gibt es diesen Podcast immerhin schon zwei Jahre lang. Vielleicht bist Du ja gerade neu dazukommen, vielleicht hörst du auch schon länger. 

Wie immer darfst du mich gerne weiterempfehlen, wenn dir dir Podcast gefallen hat, und auch eine Bewertung auf der Plattform abgeben, auf der du zuhörst. Dankeschön, und bis zum nächsten Mal!

Mein Name ist Lachender Bach, ich bin ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und Menschenflüsterer. Danke fürs Dabeisein, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

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