Zauberspruch – Bilder von Schlössern an einem Brückengeländer
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Zauberspruch

Was du siehst, ist wer du bist

Wir unterschätzen gerne, welche Kraft unser Denken hat, weil es doch „bloß im Kopf“ ist. Dabei sind die meisten Dinge, die uns im Alltag umgeben, irgendwann einmal im Kopf von irgendwem entstanden. Mit meinem Denken erschaffe ich also die Welt. Wie wäre es denn, diese Kraft bewusst und konstruktiv einzusetzen?

Das beginnt damit, mir klar zu werden, welche Kraft meine Entscheidungen haben. Denn sie bestimmen, wo ich mich morgen befinde, und welche Möglichkeiten ich dann haben werde, mein Leben zu gestalten.

Kapitel:

  • 00:00:00 Intro
  • 00:00:26 Zauberspruch – Solo
  • 00:02:28 Wer möchte ich sein?
  • 00:08:57 Zauberspruch (Remix)
  • 00:12:18 Outro

Aluna – Eine faszinierende BBC-Doku über das kolumbianische Volk der Kogi (Englisch)

Transkription

Zauberspruch

Wenn Nichts ist
Wache Leere
Kleinstes Alles
Größter Raum
Dimensionen
Sich erfunden
Pures Schauen

Eschers Hände
Die sich zeichnen
Das was ist
Das ist Gesetz
Nur das Ist
Hat ein Ende
Dass es ist
Hat es nicht

Fluss des Lebens
Ist gebunden
An das Bett
Das er gemacht
Nur der Wind
Nur der Regen
Zieht gelassen
Durch die Nacht

Drum sei achtsam
Was du willst
Was du schaffst
Und was du rufst
Das Bett
Das du gemacht
Ist das Bett
In dem du ruhst

©️ Lachender Bach/Peter Müller 2024

Wer möchte ich sein?

Wir sind uns unserer Fähigkeiten oft nicht bewusst. Wir tun Dinge ganz selbstverständlich, so als gäbe es nur diese eine Art und Weise, Dinge zu tun. Das ist auch sehr nützlich, ein neurologischer Trick, mit dem wir uns davon entlasten, ständig Entscheidungen treffen zu müssen. Denk mal drüber nach, wie du morgens frühstückst – das ist deine Art, in den Tag zu starten, und meine ist garantiert anders. Aber warum sollte deine genau so sein, wie sie ist? Oder meine? 

Nicht, das Gewohnheiten schlecht wären. In meinen Gewohnheiten bin ich ja zuhause, die machen mich aus. Sie geben meinem Leben Farbe und Richtung. 

Sie lassen mich allerdings auch auf Schienen laufen. Wenn ich über meine Gewohnheiten nachdenke, fällt mir auf, wie sie mich in bestimmten Erfahrungen und Perspektiven halten. Auch hier gibt’s kein Richtig und Falsch. Ich mache zum Beispiel jeden Tag was für meinen Körper, und das hält mich in Form und tut mir gut. Solche Gewohnheiten können aber auch hinderlich werden, zu einem Selbstläufer, und das Leben beginnt sich irgendwie nicht mehr stimmig anzufühlen. 

Deswegen ist es so gut, immer wieder mal Momente der Pause einzulegen, Auszeiten, in denen ich einen Schritt von meinem Alltag zurücktrete und mir mein Leben aus etwas Abstand ansehe. Und nicht nur mein eigenes, sondern auch das der Menschen um mich herum. In solchen Pausenmomenten erkenne ich dann vielleicht Dinge, die mir oder dem großen Ganzen nicht gut tun. Ich sehe mich selbst in meinen Handlungen und Gewohnheiten, vielleicht ja sogar in meinen Denkmustern. Und hier liegt dann die Möglichkeit, Dinge anders zu sehen, anders zu denken, und schließlich zu verändern.

Als Menschen sind wir zur einen Hälfte Natur, zur anderen Hälfte Kultur. Und das ist untrennbar miteinander verbunden. Als wir vor eineinhalb Millionen Jahren lernten, das Feuer zu benutzen, war es uns plötzlich möglich, unser Essen zu kochen. Weil gekochtes Essen dem Körper wesentlich schneller und einfacher Energie zur Verfügung stellt, konnten wir uns den Luxus eines Gehirns leisten, das 20 % unser Energie verbraucht. Das wiederum hat uns erst ermöglicht, zu unseren heutigen kognitiven Möglichkeiten zu gelangen. Alle menschliche Kultur baut darauf auf. 

Diese Hälfte der Kultur prägt auch, wie wir die Welt sehen. Je nachdem, in welchem Teil der Welt ich geboren werde, ist diese Kultur ganz anders – was als wirklich und wertvoll betrachtet wird, was erstrebenswert ist und was abgelehnt wird. Die Welt, mit der ich mich umgebe, prägt mich mehr, als mir bewusst ist. Und sie konditioniert mich, in eine bestimme Richtung zu blicken und die Welt auf eine bestimmte Weise zu sehen, die manche Dinge betont und andere ignoriert, bis zum völligen Ausblenden.

In dem sehenswerten Dokumentarfilm Aluna kommt das südamerikanische Volk der Kogi zu Wort, die seit grauer Vorzeit in einer engen Verbindung mit dem Land leben, das sie ernährt und trägt. Kurz gesagt erklären sie in diesem Film, wie beispielsweise die Zerstörung eines Sumpfgebiets am Meer zum Absterben des Waldes weit oben in den Bergen führt. In der westlichen Kultur sehen wir die Welt isoliert, ein Bauprojekt am Meer hat nichts mit dem Wald in den Bergen zu tun. Der Zusammenhang existiert in unserem Denken und unserer Sicht der Welt nicht. Die Kogi dagegen betrachten die Welt in größeren Zusammenhängen.

Wie wir die Welt in uns erschaffen, prägt letztendlich, wie wir sie sehen. Und das öffnet uns für manches und macht uns blind für anderes. Soweit ich das überblicke, werden wir das Zusammenhängen aller Dinge in diesem Jahrhundert erkennen oder uns als Spezies und viel anderes Leben auf der Erde weitgehend auslöschen. Der Anfang von etwas Neuem entsteht immer in mir, auch wenn uns das Leben immer wieder Anstöße gibt. Wohin wende ich also meinen Blick? Denn in die Richtung, in die ich schaue, werde ich auch gehen. Und wohin ich gehe prägt, wer ich sein werde. Und – wer möchte ich denn sein?

Outro:

Schön, dass du bis hierher mit dabei warst. Und danke für deine Entscheidung, diesen Podcast zu hören. Falls er dir gefallen hat, empfiehl ihn gerne weiter, damit andere auch was davon haben können. Auf meiner Website, lachenderbach.de, findest du den erwähnten Link, aber auch andere Podcasts und mehr Infos. 

Falls du den Podcast noch nicht abonniert hast, dann ist ja vielleicht jetzt die Gelegenheit, das zu tun. So kriegst du die neueste Episode, sobald sie draußen ist.

Mein Name ist Lachender Bach, ich bin Poet, Tänzer, Mystiker, Naturcoach und Menschenflüsterer.

Danke fürs Zuhören, und – lass es fließen im wilden Strom des Lebens.

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